Landwirtschaft in Venetien zwischen Innovation und Klimawandel: Gemeinsam mehr erreichen

VERANSTALTUNG · AMICA CAMPAGNA 2026 · Villa Cordellina Lombardi, Montecchio Maggiore (VI) · IdroMOP als Sponsor

Bei Amica Campagna diskutierten Institutionen, Universitäten und Unternehmen über die Herausforderungen der Landwirtschaft. Eine zentrale Botschaft: Technologie schafft dann echten Mehrwert, wenn aus Daten konkrete Entscheidungen werden.

Amica Campagna: Eine Region im Dialog

Am Sonntag, dem 18. Oktober, fand in der Villa Cordellina Lombardi in Montecchio Maggiore die Veranstaltung Amica Campagna statt. Sie brachte landwirtschaftliche Betriebe, Bürgerinnen und Bürger, Institutionen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus der Region zusammen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Gruppo Editoriale Athesis und Il Giornale di Vicenza in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Montecchio Maggiore, der Provinz Vicenza, Coldiretti Vicenza, Campagna Amica Vicenza und Banca delle Terre Venete. Sie stand unter der Schirmherrschaft der Region Venetien und wurde von den Universitäten Padua und Verona begleitet.

Der Bauernmarkt Campagna Amica von Coldiretti, die Ausstellungsstände regionaler Erzeuger und Unternehmen sowie verschiedene Fachveranstaltungen boten Raum für einen Austausch zwischen Tradition und Innovation.

Auch der Veranstaltungsort hatte eine besondere Bedeutung. Wie der Präsident der Provinz erinnerte, entstand die Villa Cordellina rund um einen landwirtschaftlichen Hofplatz, auf dem früher Getreide zum Trocknen ausgelegt wurde. Mit Amica Campagna kehrte die Landwirtschaft symbolisch an ihren Ursprungsort zurück.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen zwei zentrale Zukunftsthemen: technologische Innovation und Klimawandel.

Innovation: Daten sammeln reicht nicht aus. Entscheidend ist ihre Nutzung

Die Konferenz „Technologie und KI in der Landwirtschaft“ brachte Vertreter aus Politik, Forschung und Finanzwesen zusammen, um über die Möglichkeiten der Digitalisierung zu diskutieren.

Dabei wurde ein Gedanke besonders deutlich: Innovation bedeutet nicht zwangsläufig, neue Technologien anzuschaffen, sondern zunächst die bereits vorhandenen Möglichkeiten besser zu nutzen.

Marco Sozzi vom Fachbereich TESAF der Universität Padua verwies auf Ressourcen, die landwirtschaftlichen Betrieben schon heute zur Verfügung stehen. Dazu gehören Satellitendaten des europäischen Copernicus-Programms sowie das RTK-Netz der Region Venetien zur präzisen Positionierung landwirtschaftlicher Maschinen.

Diese Instrumente könnten zusammen mit Technologien, die bereits mithilfe von Förderprogrammen für Industrie 4.0 und 5.0 angeschafft wurden, einen erheblichen Nutzen bringen, sofern sie konsequent eingesetzt werden.

Doch die Verfügbarkeit von Daten allein genügt nicht.

Massimo De Marchi vom Fachbereich DAFNAE der Universität Padua berichtete aus der Tierhaltung, wo Sensoren und Überwachungssysteme täglich Informationen über Tiere und landwirtschaftliche Betriebe erfassen.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, diese Informationen in verständliche und praktisch nutzbare Hinweise umzuwandeln und die Landwirte bei der Interpretation der Daten zu unterstützen.

Eine ähnliche Perspektive vertrat Dario Bond, Regionalrat für Landwirtschaft in Venetien. Er schlug vor, die digitale Betriebsakte von einer reinen Verwaltungspflicht zu einem praktischen Instrument für die Betriebsführung weiterzuentwickeln.

Durch die Verknüpfung georeferenzierter Flächendaten, Informationen über Kulturen, Satellitendaten und Sensoren könnte ein solches System konkrete Fragen beantworten: Wie viel Wasser benötigt die Kultur? Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für die Bewässerung?

Aus Sicht des Finanzsektors betonte Eugenio Adamo, Generaldirektor der Banca delle Terre Venete, wie wichtig es sei, technologische Investitionen durch Fachkompetenz und geeignete Finanzierungslösungen zu begleiten.

Die gemeinsame Botschaft war eindeutig: Digitalisierung schafft dann Mehrwert, wenn Informationen zu einer Grundlage für bessere Entscheidungen werden.

Cambiamento climatico: ripensare la gestione dell'acqua

Wenn Technologie fundiertere Entscheidungen ermöglicht, macht der Klimawandel diese Fähigkeit zunehmend unverzichtbar.

Am Nachmittag stellte der Klimatologe Luca Mercalli, Präsident der Italienischen Meteorologischen Gesellschaft, aktuelle Entwicklungen des Klimawandels vor.

Im Sommer 2026 wurden in der Po-Ebene, einschließlich der Gebiete um Vicenza und Padua, zwischen 80 und 90 Tage mit Tagestemperaturen über 30 °C und Nachttemperaturen über 20 °C registriert.

Den vorgestellten Daten zufolge war die durchschnittliche Sommertemperatur der Po-Ebene mit jener von Tunis vergleichbar.

Diese Entwicklung macht es notwendig, nicht nur die Verfügbarkeit von Wasser, sondern auch dessen Speicherung und Nutzung neu zu überdenken.

Mercalli betonte die Notwendigkeit, Wasserverluste in den Versorgungsnetzen zu reduzieren, die Speicherinfrastruktur zu verbessern und dort, wo die örtlichen Gegebenheiten es erlauben, kleinere betriebliche Wasserspeicher in Betracht zu ziehen.

Doch Infrastruktur allein reicht nicht aus.

Auch die landwirtschaftliche Produktion muss anpassungsfähiger werden. Gleichzeitig sind Bewirtschaftungsmethoden erforderlich, die die Bodenfruchtbarkeit erhalten und die Wasserspeicherfähigkeit der Böden verbessern.

Den Verbrauch zu messen, kann der erste Schritt sein, um ihn zu verändern.

Ein konkretes Beispiel lieferte erneut die Forschung von De Marchi. Im Rahmen eines von der Region Venetien finanzierten Projekts wurden in drei Tierhaltungsbetrieben Systeme zur Überwachung des Wasserverbrauchs installiert. Bereits in den ersten sechs Monaten ging der Verbrauch um rund 5 % zurück.

Allein das Wissen darüber, wie viel Wasser tatsächlich verbraucht wird, kann somit zu einem bewussteren Umgang mit der Ressource beitragen.

Dasselbe Prinzip gilt für die Bewässerung: Nachhaltiges Wassermanagement bedeutet nicht nur, weniger Wasser zu verbrauchen, sondern es zum richtigen Zeitpunkt und entsprechend dem tatsächlichen Bedarf der Kulturen einzusetzen.

Die Rolle der Unternehmen: Von der Forschung zur praktischen Anwendung

Aus den Vorträgen ging eine gemeinsame Notwendigkeit hervor: Forschungsergebnisse müssen stärker mit den täglichen Anforderungen landwirtschaftlicher Betriebe verknüpft werden.

Technologieunternehmen können dabei eine entscheidende Rolle spielen, indem sie Daten und Automatisierung in zugängliche und praxisgerechte Lösungen umsetzen.

Vor diesem Hintergrund hat sich IdroMOP entschieden, Amica Campagna zu unterstützen und mit einem Ausstellungsbereich für Technologien zur Steuerung und Überwachung der Bewässerung teilzunehmen.

Die während der Veranstaltung behandelten Themen, von der intelligenten Datennutzung bis zum effizienteren Umgang mit Wasserressourcen, stehen in engem Zusammenhang mit unserer täglichen Arbeit.

Unser Ansatz Smart Irrigation verfolgt genau dieses Ziel: Maschinendaten in praktisch nutzbare Informationen umzuwandeln, die Landwirte bei ihren Entscheidungen unterstützen.

Mit der App MyID4 und der Webplattform ID4 Irrigation lassen sich dieselbetriebene Pumpaggregate, elektrische Pumpanlagen und Beregnungsmaschinen innerhalb eines vernetzten Systems aus der Ferne steuern und überwachen.

Ziel ist es, Landwirte auf dem Weg von der Datenerfassung zur konkreten Handlung zu unterstützen und eine bewusstere Nutzung von Maschinen und Wasserressourcen zu ermöglichen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung bot zudem eine wertvolle Gelegenheit zum direkten Austausch mit Besuchern, Institutionen und Forschungseinrichtungen.

Wie Mirco Povolo, CEO von IdroMOP, hervorhob, bestätigten das Interesse der Besucher, die zahlreichen Fragen und die Gespräche mit Vertretern aus Politik und Forschung den Wert solcher Veranstaltungen, die unterschiedliche Akteure zusammenbringen.

Es war eine Gelegenheit, neue Ideen zu sammeln, die Bedürfnisse der Branche besser zu verstehen und die Entwicklung praxisnaher Innovationen in der Region weiter voranzutreiben.

Fazit: Von Worten zu Taten

Auf die Frage, ob er optimistisch sei, antwortete Luca Mercalli, dass er sich nach vierzig Jahren voller Konferenzen und Diskussionen erst dann als Optimisten bezeichnen werde, wenn er konkrete Taten sehe.

Diese Aussage bringt auch die Herausforderung der landwirtschaftlichen Innovation auf den Punkt: Es reicht nicht aus, über Technologie, Nachhaltigkeit und Klimawandel zu sprechen. Wissen muss in konkretes Handeln umgesetzt werden.

Vom Wassermanagement über die Nutzung von Daten bis hin zur wissenschaftlichen Forschung und den Lösungen der Unternehmen hat Amica Campagna gezeigt, wie wichtig es ist, unterschiedliche Kompetenzen miteinander zu verbinden.

Denn echte Innovation misst sich nicht nur an den Technologien, die wir entwickeln, sondern daran, wie sehr sie die tägliche Arbeit der Menschen verbessern, die sie einsetzen.

Durch die Zusammenarbeit von Forschung, Institutionen, Unternehmen und Landwirten kann Innovation zu einem nachhaltigen Mehrwert für die Region werden.

BIBLIOGRAPHIE:

Quellen

Interventionen bei Amica Campagna 2026, Villa Cordellina Lombardi, Montecchio Maggiore (VI), 18. Oktober 2026

  • Konferenz „Technologie und KI in der Landwirtschaft“. Es sprechen Dario Bond (Assessore all’agricoltura, Regione del Veneto), Marco Sozzi (Dipartimento TESAF, Università di Padova), Massimo De Marchi (Dipartimento DAFNAE, Università di Padova) und Eugenio Adamo (Direttore generale, Banca delle Terre Venete).
  • Treffen mit Luca Mercalli, Klimatologe und Präsident der italienischen meteorologischen Gesellschaft.
  • Offizielles Programm: Gruppo Editoriale Athesis – Il Giornale di Vicenza.

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